Gudrun KAMMASCH

Es ist mir eine große Ehre, mit der Wahl zum neuen Präsidium in die Fußstapfen Kruno Hernauts zu treten, der über viele Jahre mit seinen guten Ideen dem Amt des Vizepräsidenten der IGIP Profil zu geben wusste und dieses Amt mit bewundernswerter Tatkraft ausgefüllt hat.
Für die, denen ich noch nicht so gut bekannt bin, eine kurze biographische Skizze:
Nach
meinem Studium der Lebensmittelchemie und Pharmazeutischen Chemie wandte ich
mich, mit meiner Berufung an die Technische Fachhochschule Berlin, schon
früh ingenieurpädagogischen Themen zu. Junge Menschen zu bilden –
fundierte fachliche Bildung und Menschenbildung – war mein Motiv, nicht in die
reine Forschung zu gehen. In meinen frühen beruflichen Jahren lernte ich
die IGIP kennen und begegnete hier engagierten Kollegen und zunehmend auch
Kolleginnen, die sich im
uneigennützigen Ringen um die Verbesserung der Lehre fanden und sich auch
den ethischen Fragen – nach sozialen und ökologischen Auswirkungen von
technischen Entwicklungen, wie auch die Frage, ob und wie Technik dem Menschen
und nicht Krieg und Zerstörung diene - widmeten.
Bald setzte sich der gemeinsame Dialog über die Symposien hinaus das ganze Jahr fort. Die unmittelbare Praxis der Techniklehre wurde dabei für uns – wie Adolf Melezinek unermüdlich betonte – Maßstab und Prüfstein aller theoretischen Ansätze. Auch Albert Haug und Fritz Kath, Vorbilder in Wissen und gelebter Menschlichkeit, möchte ich hier erwähnen.
Die Arbeitsgruppen der IGIP wurden zu Foren intensiver fachlicher Auseinandersetzung und Weiterentwicklung der Theorie. An der Gründung mehrerer Arbeitsgruppen war ich unmittelbar beteiligt. Das neue IGIP-Curriculum ist Ausdruck dieser fruchtbaren Zusammenarbeit in einem andauernden Reifungsprozess.
Für diese lebendige Gestaltung der inhaltlichen Arbeit durch Mitglieder und weitere interessierte Teilnehmer der Tagungen unserer Gesellschaft möchte ich mich auch weiterhin einsetzen.
Aus meiner Arbeit in der UNESCO und anderen Organisationen, jüngst bei der Curriculumentwicklung von Ingenieurstudiengängen in dem umfassenden „Engineering Capacity Building Program“ in Äthiopien, bringe ich internationale Erfahrungen mit und aus verschiedenen akademischen Funktionen, die ich ausgefüllt habe, auch solche aus dem direkt hochschulpolitischen Bereich.
Ich freue mich auf eine lebendige und inhaltsreiche Zusammenarbeit, zu der ich alle herzlich einlade, und auch darauf, dass unsere Arbeit über die IGIP hinaus immer weitere Kreise zieht!